Alte Mainbrücke
Das Wahrzeichen der Stadt: eine Steinbrücke aus dem 15. Jahrhundert mit zwölf Heiligenfiguren, seit 1990 ohne Autos, und der Ort für den Brückenschoppen.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Adresse | Alte Mainbrücke, 97070 Würzburg |
|---|---|
| Eintritt | Kostenlos, durchgehend zugänglich |
| Anfahrt | Zu Fuß vom Marktplatz fünf Minuten, vom Hauptbahnhof rund zwanzig. Die Buslinie 7 hält direkt an der Brücke, die Haltestelle ist barrierefrei. Mit dem Auto kommt man nicht darauf: Für Kraftfahrzeuge ist die Brücke seit Juni 1990 gesperrt. |
| Parken | Auf der Brücke selbst nicht. Am nächsten liegen die Parkhäuser in der Altstadt, kostenlos steht man auf der Talavera auf der anderen Mainseite, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß. |
| Anreise | Route planen bei Google Maps, ab Ihrem Standort |
| Zeit einplanen | etwa 20 Minuten |
| Barrierefrei | ja |
| Hund | erlaubt |
Geprüft am 27.08.2026, Quelle: Baumeister, Bauzeit und Figuren nach der Stadt Würzburg. Länge, Anzahl der Figuren und die Sperrung für Kraftfahrzeuge nach dem Wikipedia-Artikel "Alte Mainbrücke". Zeiten des Brücken-Ausschanks von alte-mainmuehle.de, Gehzeit zur Festung nach dem Museum für Franken. Lage und Buslinie aus OpenStreetMap (ODbL). Abgerufen am 27.08.2026.
Warum sich das lohnt
Wer in Würzburg ankommt und nur eine Sache anschauen will, geht hierher. Die Alte Mainbrücke verbindet die Altstadt mit dem Mainviertel, und von ihrer Mitte aus sieht man in die eine Richtung die Festung Marienberg über den Weinbergen und in die andere die Türme der Altstadt. Das ist das Bild, das man von Würzburg im Kopf hat, und es kostet nichts.
Eine Brücke steht hier seit dem Jahr 1120, damals eine romanische Steinbrücke und davor eine Fähre. Zwei Hochwasser haben ihr zugesetzt, nach rund 350 Jahren war sie hin. Die heutige Brücke entstand ab 1476 unter dem Baumeister Hans von Königshofen: 1488 standen die Pfeiler aus Muschelkalk, die Steingewölbe dazwischen kamen erst ab 1512 und zogen sich aus Geldmangel über Jahrzehnte hin. Bis 1886 war sie der einzige Flussübergang der Stadt.
Die Heiligenfiguren kamen um 1730 dazu, zwölf an der Zahl, viereinhalb Meter hoch und aus Sandstein. Sie stehen in Nischen über den Pfeilern und schauen nach innen auf den Weg. Darunter Kilian, Kolonat und Totnan, die drei Frankenapostel, deren Gebeine unter dem Neumünster liegen, und Johannes Nepomuk, der Brückenheilige. Was heute oben steht, sind Kopien: Die Originale hat das Wetter zerfressen.
Am 2. April 1945 sprengten deutsche Truppen den vierten und fünften Bogen. Wiederaufgebaut wurde die Brücke 1950, in vier Monaten. Seit Juni 1990 darf kein Auto mehr darüber, und das ist der Grund, warum man hier heute stehen bleiben kann.
Was man vorher wissen sollte
Der Brückenschoppen ist keine Veranstaltung, sondern eine Gewohnheit: Man kauft ein Glas Frankenwein und trinkt es im Stehen auf der Brücke. Keine Tische, keine Reservierung. Ausgeschenkt wird am Brücken-Ausschank der Alten Mainmühle am östlichen Brückenkopf, montags bis donnerstags von 12 bis 22 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 23 Uhr, sonntags bis 20.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter kann das abweichen, dann steht ohnehin niemand draußen. Voll wird es an warmen Abenden ab sechs, und im Sommer steht dann die halbe Stadt hier.
Wer Fotos will, kommt früh. Zwischen halb sieben und acht am Morgen ist die Brücke leer, und das Licht kommt von hinten über die Altstadt auf die Festung. Am Abend steht die Sonne hinter dem Marienberg, dann wird die Festung zur Silhouette.
Die Brücke ist der Anfang des Wegs zur Festung. Über die Tellsteige sind es vom westlichen Brückenkopf etwa zwanzig Minuten hinauf, mit Treppen und deutlicher Steigung. Wer keine Treppen mag, nimmt den Umweg über die Schlossgasse, steil bleibt es auch dort. Wer gar nicht laufen will, nimmt von April bis November die Kulturlinie 9, die alle dreißig Minuten hinauf fährt.
Ein Hinweis, den kein Reiseführer gibt: Der Belag ist Naturstein, uneben und bei Nässe rutschig. Mit Kinderwagen und Rollstuhl kommt man hinüber, aber es rumpelt.
Bilder: Daniel Werner (eigene Aufnahme)
Passende Touren
2,1 km45 Minmittel
Aufstieg zur Festung
Vom Marktplatz über die Alte Mainbrücke hinauf zur Festung, gut eine halbe Stunde bergauf.
2,9 km35 Minleicht
Brückenschoppen-Abend
Vom Residenzplatz über den Dom auf die Alte Mainbrücke, weiter zum Alten Kranen und zum Kulturspeicher.
1,5 km35 Minmittel
Der Weg zum Käppele
Über den Stationsweg hinauf zur Wallfahrtskirche, mit dem besten Blick auf die Festung.
18,6 km1:30 Stdleicht
Main-Radweg durch Würzburg
Von Veitshöchheim durch die Stadt bis Randersacker, flach und fast durchgehend am Wasser.
4,8 km6:00 Stdleicht
Würzburg an einem Tag
Die fünf Orte, die man gesehen haben sollte, in einer sinnvollen Reihenfolge.
Liegt gleich daneben
Würzburger Rathaus mit Vierröhrenbrunnen
Der Grafeneckart ist der älteste erhaltene weltliche Bau der Stadt, seit 1316 Rathaus. Im Erdgeschoss erinnert ein Raum an die Zerstörung Würzburgs im März 1945.
Fahrgastschiff Alte Liebe
46 Meter lang und drei Decks hoch, im Liniendienst vom Alten Kranen nach Veitshöchheim.