Käppele
Die Wallfahrtskirche über der Stadt, gebaut von Balthasar Neumann. Der Stationsweg hinauf ist der eigentliche Grund hinzugehen.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Adresse | Nikolausberg, 97082 Würzburg |
|---|---|
| Eintritt | Kostenlos zugänglich |
| Anfahrt | Nächste Bushaltestelle: Käppele, rund 250 Meter. Ebenso nah liegt Löwenbrücke. |
| Anreise | Route planen bei Google Maps, ab Ihrem Standort |
| Zeit einplanen | etwa 60 Minuten |
| Barrierefrei | nein |
| Hund | erlaubt |
Geprüft am 27.08.2026, Quelle: Baugeschichte, Wallfahrt und die Ereignisse im April 1945 nach dem Wikipedia-Artikel "Käppele (Würzburg)", abgerufen am 27.08.2026. Lage und Buslinie aus OpenStreetMap (ODbL).
Warum sich das lohnt
Käppele heißt sie im Volksmund, richtig heißt sie Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung, und sie steht auf dem Nikolausberg gegenüber der Festung. Der Weg hinauf ist der eigentliche Grund, dort hinzugehen: ein Stationsweg mit Kapellen, der sich in Kehren den Hang hocharbeitet. Auf halber Höhe dreht man sich um und hat die Festung Marienberg im Blick, von einer Seite, die auf keiner Postkarte ist.
Angefangen hat alles mit einem Bildstock. Den stellte 1640 ein Mainfischer in seinem Weinberg auf, mitten im Dreißigjährigen Krieg, mit einer Darstellung der Maria mit dem toten Jesus auf dem Schoß. Daraus wurde um 1653 eine kleine Kapelle, die immer weiter wuchs, und daraus eine Wallfahrt.
Die Kirche, die heute dasteht, hat Balthasar Neumann gebaut, von 1748 bis 1750, quer vor die alte Gnadenkapelle. Die beiden achteckigen Türme an der Fassade sind sein Werk. Die alte Kapelle wurde dreißig Jahre später in den Neubau einbezogen, geweiht wurde das Ganze erst 1824. Im Altar der alten Kapelle steht bis heute die Pietà von 1640, mit der es angefangen hat.
Was man vorher wissen sollte
Dass die Kirche noch steht, hängt an einer einzelnen Entscheidung. Beim Bombenangriff vom 16. März 1945 trafen sie ein halbes Dutzend Phosphorbrandbomben, die Feuer bekam man gelöscht, übrig blieb ein Loch im Dach über der Orgel.
Drei Wochen später, am 4. April, befahl die SS, das Käppele vom anderen Mainufer aus mit umfunktionierten Flakgeschützen vorsorglich zu zerstören. Der Gefreite Ludwig Herrmann aus Geldersheim weigerte sich und täuschte Munitionsmangel vor. Am 8. April trug ein Geistlicher das Gnadenbild, das man zwei Wochen vorher vergraben hatte, mit einer kleinen Schar Gläubiger zurück an seinen Platz.
Praktisches: Direkt unterhalb liegt ein kostenloser Parkplatz. Wer nicht laufen will oder nicht laufen kann, kommt so bis fast vor die Tür, verpasst damit aber den Stationsweg, und der ist der schönere Teil. Die Buslinie 35 fährt vom Sanderring über das Käppele weiter zur Frankenwarte.
Die Kapuziner haben die Wallfahrt 260 Jahre lang betreut und das Kloster im Oktober 2014 verlassen. Die Deckenfresken von 1781 stammen von Matthäus Günther, die Orgel wurde 1991 in den historischen Prospekt von 1750 eingebaut.
Bilder: Daniel Werner (eigene Aufnahme) · Ermell (CC BY-SA 4.0) Zugeschnitten und in der Größe geändert.
Passende Touren
1,5 km35 Minmittel
Der Weg zum Käppele
Über den Stationsweg hinauf zur Wallfahrtskirche, mit dem besten Blick auf die Festung.
Liegt gleich daneben
Main Grillboat
Runde Grillboote für bis zu zehn Leute, zwei Stunden auf dem Main, mit Grill in der Mitte. Ablegestelle an der Löwenbrücke.
Museum für Franken
Die Geschichte der Region in der Festung, mit der größten Sammlung von Werken Tilman Riemenschneiders.