Augustinerkirche
Ehemalige Dominikanerkirche am Dominikanerplatz, seit 1813 den Augustinern überlassen, mit dem Chorbild "Das himmlische Jerusalem".
Das Wichtigste auf einen Blick
| Adresse | Dominikanerplatz 2, 97070 Würzburg |
|---|---|
| Anfahrt | Nächste Bushaltestelle: Dominikanergasse, unter 50 Meter. Etwas weiter liegt Juliuspromenade C (rund 140 Meter). |
| Anreise | Route planen bei Google Maps, ab Ihrem Standort |
| Zeit einplanen | etwa 15 Minuten |
Geprüft am 12.09.2026, Quelle: Baugeschichte, Umbau von Balthasar Neumann, Kriegsschäden, Umgestaltung 2010/2011, Ausstattung, Kapellen und Geläut nach wuerzburgwiki.de, Artikel Augustinerkirche, abgerufen am 12.09.2026, dort mit Belegen aus dem Realschematismus der Diözese Würzburg und Mitteilungen der Pressestelle des Ordinariats. Anschrift und Koordinate aus OpenStreetMap (Overpass API), abgerufen am 23.08.2026.
Warum sich das lohnt
Die Kirche wurde ab 1266 als Dominikanerkirche gebaut, die Grundsteinlegung nahm Albertus Magnus vor. 1743 und 1744 entstand nach Plänen von Balthasar Neumann ein neues Langhaus, das er dem alten gotischen Chor anpasste; von ihm stammt auch die barocke Fassade zum Dominikanerplatz. In der Bombennacht vom 16. März 1945 wurden Kirche und Kloster schwer beschädigt und bis 1948 wieder aufgebaut. Seit 1813 gehört sie den Augustinern, die davor an der Augustinerstraße saßen.
Warum sie innen anders aussieht als andere Kirchen
Weil sie 2010 und 2011 für knapp 1,7 Millionen Euro umgebaut wurde, und zwar mit einer Absicht: Die Augustiner wollten ihr Profil als Bettelorden schärfen und haben sich als Schwerpunkt die Trauerarbeit gewählt. Das Ergebnis sieht man sofort.
Die festen Bänke sind weg. An ihrer Stelle stehen einzelne Stühle, und auch Altar und Ambo lassen sich bewegen, sodass sich die Gemeinde darum herum versammeln kann. Der Eingangsbereich heißt bei den Augustinern „ZwischenRaum“: Geschwungene Wände bilden eine Nische, die Wand zum Hauptschiff ist golden gefasst, und es liegt ein Buch aus, in das man Namen eintragen kann, von Lebenden und von Verstorbenen.
Der Raum ist ansonsten weiß, und die einzigen farbigen Punkte darin sind von einer Hand: Im Chor hängt das großformatige Bild „Das himmlische Jerusalem“ von Jacques Gassmann, von ihm stammt auch der Kreuzweg in den Seitenschiffen. Hinter dem Bild steckt übrigens ein älteres, ein in Gold gefasstes Gemälde der Seeschlacht von Lepanto.
Zwei Kapellen, zwei Zwecke
Links vom Chor liegt die Ritakapelle, schlicht gehalten, mit der liegenden Figur der heiligen Rita von Cascia. In einer Wandnische hinter Glas ist ihr Habit zu sehen, am Eingang zeigt ein Wandgemälde Szenen aus ihrem Leben, und es liegt ein Fürbittbuch aus. Die Kapelle ist jeden Tag geöffnet.
Rechts vom Chor steht die Kapelle der schmerzhaften Muttergottes, die als stille Anbetungskapelle eingerichtet ist. Ihr Altar ist das älteste Stück im Haus: der einzige Altar, der den Krieg überstanden hat, entstanden um 1760, mit einer spätgotischen Pietà aus der Zeit um 1470 im Glasschrein.
Wenn man Musik hören will
Auf der Empore steht die Klais-Orgel, die beim Umbau mitsaniert wurde. Orgelkonzerte und Orgelmessen gibt es regelmäßig; weil die Kirche frei bestuhlt ist, dient sie auch als Konzertraum. Im Dachreiter hängen drei Glocken von 1949.
Hinkommen
Die Kirche steht mitten in der Altstadt am Dominikanerplatz, wenige Minuten vom Dom und vom Falkenhaus am Markt. Die nächste Bushaltestelle heißt Dominikanergasse, die nächste Straßenbahnhaltestelle Juliuspromenade. Wer mit dem Auto kommt, stellt es in der Marktgarage ab.
Wen der Umbau interessiert, der sollte auch die anderen Neumann-Bauten ansehen: Die Residenz ist von derselben Hand, nur zweihundertmal so groß.
Was man vorher wissen sollte
Die Ritakapelle links vom Chor ist jeden Tag geöffnet, auch wenn sonst nichts stattfindet. Der Hauptraum hat seit dem Umbau keine festen Bänke mehr, sondern einzelne Stühle, und auch Altar und Ambo lassen sich verrücken: Wie es drinnen aussieht, hängt davon ab, was an diesem Tag stattfindet.
Bilder: Parklife (CC BY-SA 3.0) Zugeschnitten und in der Größe geändert.
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