Marienkapelle
Spätgotische Kirche mitten auf dem Marktplatz, mit Kramläden in der Außenwand, einem Riemenschneider-Grabmal und der Gedenkplatte für Balthasar Neumann.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Adresse | Marktplatz, 97070 Würzburg |
|---|---|
| Geöffnet | Täglich 8.00 bis 18.00 Uhr |
| Anfahrt | Nächste Straßenbahnhaltestelle: Dom, rund 120 Meter. Etwas weiter liegt Rathaus (rund 190 Meter). |
| Anreise | Route planen bei Google Maps, ab Ihrem Standort |
| Zeit einplanen | etwa 15 Minuten |
Geprüft am 03.09.2026, Quelle: Adresse und Lage aus OpenStreetMap (ODbL), Öffnungszeiten von der Pfarrei, abgerufen am 27.08.2026. Baugeschichte, Ausstattung und der Hinweis auf die Kopien der Portalfiguren von wuerzburg.de, Seite Marienkapelle, abgerufen am 03.09.2026. Zu Eintritt und Barrierefreiheit macht keine der beiden Quellen eine Angabe.
Warum sich das lohnt
Die Marienkapelle steht mitten auf dem Marktplatz und ist trotz ihrer Größe eine Kapelle geblieben, weil sie nie Pfarrkirche war. Gebaut wurde sie ab 1377, den Turm vollendete man gegen 1480. Von außen fällt zuerst etwas anderes auf: In der Außenwand stecken kleine Läden, die Kramläden, entstanden 1437. Sie sind bis heute vermietet, und wer nicht darauf gefasst ist, hält sie für Anbauten.
Innen ist die Ausstattung jünger als der Bau, denn 1945 brannten Dachstuhl und Inneneinrichtung aus. Erhalten sind die Grabmäler fränkischer Ritter, darunter das des Konrad von Schaumberg, gestorben 1499, von Tilman Riemenschneider. Über dem Altar des nördlichen Seitenschiffs steht die Silbermadonna von 1680, gemacht von Johann Kilian. Vier Tafelgemälde auf den Altären stammen von 1514.
Für Balthasar Neumann gibt es eine bronzene Gedenkplatte. Der Baumeister der Residenz lebte von 1687 bis 1753, und die Marienkapelle war seine Pfarrkirche.
Was man vorher wissen sollte
Die berühmten Adam- und Eva-Figuren am Portal sind Kopien. Die Originale von Tilman Riemenschneider stehen seit 1975 im Museum für Franken auf der Festung, weil Wind und Regen sie zerstört hätten. Wer die echten sehen will, geht dorthin. Wer die Kopien ansieht, sieht sie am richtigen Ort und in der richtigen Höhe, und das ist auch etwas wert.
Was im Inneren dagegen ein Original ist: das Grabmal des Konrad von Schaumberg. Das ist die einzige Riemenschneider-Arbeit, die man hier ohne Museumsticket und ohne Vitrine sieht.
Ein Besuch dauert eine Viertelstunde und lässt sich kaum planen: Die Kapelle liegt so, dass man ohnehin vorbeikommt, wenn man auf dem Marktplatz ist. Am schönsten ist sie werktags am späten Vormittag, wenn der Grüne Markt läuft und die Kirche selbst leer ist.
Bilder: Daniel Werner (eigene Aufnahme)
Passende Touren
2,1 km45 Minmittel
Aufstieg zur Festung
Vom Marktplatz über die Alte Mainbrücke hinauf zur Festung, gut eine halbe Stunde bergauf.
4,8 km6:00 Stdleicht
Würzburg an einem Tag
Die fünf Orte, die man gesehen haben sollte, in einer sinnvollen Reihenfolge.
Liegt gleich daneben
Falkenhaus am Markt
Die Rokokofassade am Marktplatz, dahinter die Tourist Information mit dem Ticket Service und die Stadtbücherei.
Würzburger Rathaus mit Vierröhrenbrunnen
Der Grafeneckart ist der älteste erhaltene weltliche Bau der Stadt, seit 1316 Rathaus. Im Erdgeschoss erinnert ein Raum an die Zerstörung Würzburgs im März 1945.
Neumünster
Barocke Kirche direkt neben dem Dom, mit der Kiliansgruft und dem Lusamgärtchen, wo an Walther von der Vogelweide erinnert wird.