Perseiden über Würzburg: wann und wo man Sternschnuppen sieht
Von Daniel Werner, geprüft am
Einmal im Jahr kreuzt die Erde die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle. Was davon in der Atmosphäre verglüht, sehen wir als Sternschnuppen. 2027 fällt das Maximum in die Nacht vom 12. auf den 13. August, und diesmal steht der Mond im Weg.
Wann genau
Die Perseiden sind jedes Jahr etwa vom 17. Juli bis zum 24. August unterwegs. 2027 liegt das Maximum in der Nacht vom 12. auf den 13. August.
Die beste Zeit ist nicht der Abend, sondern die zweite Nachthälfte, grob zwischen drei Uhr und der Morgendämmerung. Der Grund ist einfach: Erst dann dreht sich unsere Seite der Erde in die Flugrichtung, und wir fliegen dem Staubstrom entgegen statt hinterher.
Unter wirklich dunklem Himmel und ohne Mond wären 50 bis 60 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. 2027 wird es deutlich weniger sein, und warum, steht im nächsten Abschnitt.
Der Mond steht 2027 im Weg
In der Maximumsnacht ist der Mond zu rund vier Fünfteln beleuchtet. Das ist fast das Gegenteil der Lage von 2026, als das Maximum auf eine Neumondnacht fiel.
Ein so heller Mond überstrahlt den Himmel und schluckt die schwächeren Meteore, und das sind die allermeisten. Was bleibt, sind die hellen: weniger, aber die schönsten. Wer mit der Erwartung von sechzig Sternschnuppen hinausfährt, kommt enttäuscht zurück. Wer mit zehn rechnet und zwanzig sieht, hat einen guten Abend.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens lohnt sich die Fahrt in die Dunkelheit trotzdem, denn der Mond nimmt einem die schwachen Meteore, die Straßenlaterne nimmt einem alle. Zweitens sollte man dem Mond den Rücken zudrehen und in die Himmelsrichtung schauen, in der er gerade nicht steht.
Wann es in Würzburg wirklich dunkel ist
Diese Zeiten gelten für Mitte August in Würzburg:
| Sonnenuntergang | gegen 20:44 Uhr |
| Bürgerliche Dämmerung endet | gegen 21:20 Uhr |
| Nautische Dämmerung endet | gegen 22:06 Uhr |
| Astronomische Dämmerung endet, es ist wirklich dunkel | gegen 23:01 Uhr |
Vor 23 Uhr braucht man gar nicht erst anzufangen. Wer um halb zehn im Garten steht und zwei Sternschnuppen zählt, hält den Abend für misslungen, obwohl er nur zu früh war.
Wo man hinfährt
Das Problem in der Stadt heißt Lichtverschmutzung. Vom Marktplatz aus sieht man ein paar helle Sterne und sonst nichts.
Meteore erscheinen über den ganzen Himmel verteilt. Was zählt, ist Dunkelheit und ein möglichst weiter freier Himmel, ohne Straßenlaterne im Blickfeld. Ein Hügel mit Sicht in eine bestimmte Richtung hilft nicht.
Praktisch heißt das: raus aus dem Talkessel, weg von der Beleuchtung. Die Höhen rund um die Stadt sind gut, der Landkreis ist besser. Zwanzig Minuten Fahrt Richtung Norden oder Osten machen einen größeren Unterschied als jeder Aussichtspunkt im Stadtgebiet.
Der Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Perseus im Nordosten. Direkt dorthin zu schauen ist trotzdem nicht der beste Rat: Nahe am Radianten sind die Spuren kurz. Etwas seitlich davon sieht man die langen.
Was man mitnimmt
- Eine Decke oder einen Liegestuhl. Nach oben schauen macht im Stehen nach zehn Minuten
Nackenschmerzen.
- Etwas Warmes. In einer klaren Augustnacht kühlt es auf einstellige Werte ab.
- Eine Taschenlampe mit rotem Licht, oder ein rotes Tuch davor. Weißes Licht zerstört die
Dunkeladaption sofort, auch die der anderen.
- Zeit. Die Augen brauchen zwanzig Minuten, um sich umzustellen, und ein Blick aufs Handy
setzt diese zwanzig Minuten zurück.
Kein Fernglas und kein Teleskop. Sternschnuppen sieht man mit bloßem Auge am besten, weil man den ganzen Himmel im Blick braucht statt eines Ausschnitts.
Was den Abend kippen kann
Das Wetter, und sonst fast nichts. Bei geschlossener Wolkendecke hilft der dunkelste Platz Unterfrankens nichts. Ein Blick auf die Vorhersage am Nachmittag spart die Fahrt.
Und wenn es in der Maximumsnacht bewölkt ist: Die Perseiden fallen nicht nur an einem Tag. Zwei Nächte davor und danach sind immer noch deutlich besser als eine beliebige Sommernacht. In einem Jahr wie 2027, in dem der Mond ohnehin stört, ist der Unterschied zwischen der Maximumsnacht und den Nächten daneben sogar kleiner als sonst.
Häufige Fragen
Wann sieht man 2027 die Perseiden in Würzburg am besten?
Das Maximum fällt 2027 in die Nacht vom 12. auf den 13. August. Am meisten sieht man in der zweiten Nachthälfte, grob zwischen drei Uhr und der Morgendämmerung.
Ab wann ist es Mitte August in Würzburg dunkel genug für Sternschnuppen?
Die astronomische Dämmerung endet Mitte August gegen 23:01 Uhr. Vor 23 Uhr lohnt es sich kaum, anzufangen.
Wo kann man in Würzburg Sternschnuppen sehen?
Nicht in der Innenstadt, dort schluckt die Beleuchtung fast alles. Besser sind die Höhen rund um die Stadt und noch besser der Landkreis: Zwanzig Minuten Fahrt nach Norden oder Osten bringen mehr als jeder Aussichtspunkt im Stadtgebiet.
Wie viele Sternschnuppen sieht man 2027?
Unter dunklem Himmel ohne Mond wären 50 bis 60 pro Stunde zu erwarten. 2027 ist der Mond in der Maximumsnacht zu rund vier Fünfteln beleuchtet, deshalb bleiben vor allem die hellen Meteore sichtbar.
Woher die Zahlen kommen: Maximum und Mondphase 2027 von nebravia.com, abgerufen am 29.08.2026, gegengerechnet über den synodischen Monat (Referenz-Neumond 06.01.2000 18:14 UTC), die eigene Rechnung kommt auf 78 bis 80 Prozent gegenüber den dort genannten 83. Dieselbe Rechnung liefert für 2026 den Neumond, ist also an einem bekannten Fall geprüft. Dämmerungszeiten für Mitte August in Würzburg unverändert aus der vorigen Fassung. Zuletzt geprüft am 29.08.2026.